Gästejournal 2019 Fränkische Schweiz

Tanzlinden in Oberfranken

Eine „bewegte“ Geschichte. Eine Tanzlinde! Was ist das überhaupt?

Die Linde blickt gerade in Deutschland kulturhistorisch auf eine lange Geschichte zurück : Als Baum der Liebenden oder als Baum des Volkes, als Baum der Christen oder als Baum der Drachen, als Heil- oder als Nutzpflanze betitelt, ist es kein Wunder, dass dieser Baumart in den Siedlungen ein besonderer Status zuteil wurde. Eine Tanzlinde im engeren Sinne zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass ein Gerüst mit Geländer und Plattform vorhanden ist, die Äste scheinbar das Gerüst tragen und auf der Plattform getanzt wird. Tanzlinden wurden früher als Orte der Gerichtsbarkeit und auch als Versammlungsstätten genutzt.

In der Fränkischen Schweiz können Sie einige der letzten Exemplare dieser gelebten Kultur bestaunen:

In Limmersorf bei Thurnau gibt es auch schon die erste Tanzlinde zu bestaunen. Mit über 300 Jahren ist sie die älteste Tanzlinde Oberfrankens. Seit 1729 wird ununterbrochen zur Lindenkirchweih Ende August auf ihr getanzt. Folgt man den eigens dafür angelegten Radweg (31 km – Markierung KU 16), kommt man zur Peestener Tanzlinde bei Kasendorf. Sie wurde zwar erst 1951 gepflanzt, aber natürlich existieren auch noch Überreste ihrer Vorgängerin. Deren Herkunft reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück . Heute zeugen zwölf Sandsteinsäulen und eine steinerne Wendeltreppe, über die man in den 87 Quadratmeter großen Baumsaal gelangt, von dieser längst vergangenen Zeit. Die dritte Tanzlinde in Langenstadt bei Neudrossenfeld steht inmitten eines Rondells aus acht Sandsteinsäulen, die am Boden durch eine Steinbank verbunden sind. Die große Linde, die früher in der Mitte der Säulen stand, fiel einem Sturm zum Opfer und wurde deswegen durch eine neue Linde ersetzt. Nachdem die Äste der jungen Linde zur Seite gezogen und mit einem Balkenkreuz versehen wurden, wird seit 2010 wieder zur Kirchweih in ihr getanzt. Unser Tipp: Besuchen Sie das im September 2014 eröffnete Lindenbaum-Museum in der Ortsmitte von Neudrossenfeld. Es zeigt in einzigartiger Weise mit über 40 Exponaten einen Querschnitt durch alle Bauarten von Lindenbäumen im europäischen Raum. Die Modelle – angefertigt nach exaktem Aufmaß noch existierender Stufenlinden – schufen Studenten des Architekturhistorikers Prof. Dr. Rainer Graefe, der als Professor an der Universität Innsbruck am Institut für Baugeschichte und Denkmalpflege lehrte. An Originalschauplätzen wurden diese Baum- Bauten vermessen und maßstabsgetreu nachgebildet. Daneben informieren Bildtafeln, Fotos und Texte unterhaltsam und verständlich über Entstehung, Verbreitung und Umgang mit diesem Baum. Filme und Computeranimationen runden das Ausstellungsprogramm ab. Der Museumsrundgang endet mit dem Blick aus dem Ausstellungsraum auf die 350 Jahre alte, noch gut erhaltene Tanzlinde von Neudrossenfeld am Hang oberhalb des Maintals. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 11:00 bis 17:00 Uhr. Weitere Termine auf Anfrage.

In der Fränkischen Schweiz sind noch fünf weitere Linden bekannt, die als Tanzlinden im weiteren Sinne bezeichnet werden können. Sandra Schneider, Leiterin der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz: „Die Tanzlinden in Spies, Wichsenstein, Hetzles, Kersbach und Effeltrich – alle beheimatet in Oberfranken – werden zwar wegen ihrer Form so genannt; auf ihnen finden jedoch keine Tanzfeste mehr statt. Ein Besuch lohnt sich trotzdem allemal. Denn wer weiß? Vielleicht zeigt die ein oder andere Linde ihre geheimen Kräfte und unterstützt das Liebesglück oder die Gesundheit.“

Kontakt

Tourismuszentrale Fränkische Schweiz
Oberes Tor 1
91320 Ebermannstadt
Tel. +49 9191 861054
Fax +49 9191 861058
info@fraenkische-schweiz.com
www.fraenkische-schweiz.com
Montag – Donnerstag: 08:00 – 16:00
Freitag: 08:00 – 12:00
Artikel veröffentlicht am 02.02.2018 von Tourismuszentrale Fränkische Schweiz
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